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Schraffuren und Farben in Bauzeichnungen

Welche Muster in Schnitten zulässig sind, ist genormt. Welche Farbe eine Wand hat, nicht. Ein Überblick über die tatsächlich geltenden Regeln.

Die maßgebenden Normen

NormInhaltStatus
DIN 1356-1 Bauzeichnungen – Arten, Inhalte und Grundsätze der Darstellung gültig
ISO 128-3:2022 Darstellung von Ansichten, Schnitten und Schnittflächen gültig, ersetzt ISO 128-50
ISO 7519 Bauzeichnungen – Grundsätze für Zusammenbau- und Übersichtszeichnungen gültig
DIN 201 Schraffuren; Darstellung von Schnittflächen 2002 zurückgezogen, ersetzt durch DIN ISO 128-50
DIN 30601 Farbschraffuren für Druckfarben 2002 zurückgezogen, für Baustoffe nie einschlägig

Wie eine Schnittfläche auszusehen hat

  • Dünne, parallele Linien im gleichen Abstand, üblicherweise unter 45° zur Hauptkontur des Bauteils.
  • Benachbarte Bauteile unterscheiden sich durch die Richtung der Linien (±45°) oder durch ihren Abstand – nicht durch willkürliche Muster.
  • Sehr dünne Querschnitte wie Bahnen, Bleche oder Folien werden vollflächig geschwärzt statt schraffiert.
  • Linienbreiten folgen der Normenreihe ISO 128-2 (z. B. 0,25 mm für Schraffurlinien, 0,5 mm für sichtbare Kanten).

Was die alte DIN 201 zeigte

Bis 2002 enthielt DIN 201 eine Bildtafel mit werkstoffbezogenen Mustern: Ziegelverband für Mauerwerk, Wellenlinien für Dämmstoffe, Maserung für Holz, Punkte für Beton. Diese Muster sind heute nicht mehr normativ, in vielen Büros aber weiter üblich, weil sie sich schnell lesen lassen.

Farben: Konvention statt Norm

Eine verbindliche europäische Farbnorm für Baustoffe gibt es nicht. Die frühere DIN 30601 beschrieb Farbschraffuren für den Druck (Rot, Grün, Blau und Mischfarben), nicht die Zuordnung von Materialien. In der Praxis hat sich eine Bürokonvention eingebürgert:

Materialübliche FarbeSchraffur
Ziegel / Klinkerrot bis ziegelrotdicht, 45°
Kalksandsteinhellbeigemittel, 45°
Beton / Stahlbetongraumittel, 45°
Dämmstoffgelbweit, 45°
Holzbraunmittel, 45°
Putz / Mörtelcreme bis weißsehr dicht, 45°
Bitumen / Dichtungschwarzvollflächig
Glashellblauohne Schraffur

Häufige Verwechslung

DIN 1946-1 ist keine Zeichnungsnorm. Sie behandelt Raumlufttechnik – Begriffe und graphische Symbole für Lüftungs- und Klimaanlagen; diese Symbolik ist heute in DIN EN 12792 aufgegangen. Mit Bauteilschraffuren hat sie nichts zu tun. Ebenso wenig einschlägig sind DIN 4108 (Wärmeschutz) oder DIN 18550 (Putz).

Im U-Wert-Rechner wird der Bauteilaufbau nach diesen Regeln gezeichnet: maßstäbliche Schichten, 45°-Schraffur mit wechselnder Richtung, Farben als ergänzende Ebene.